Phasenmodell eines innerfamiliären Generationenwechsels in einem KMU


Das nachfolgend erläuterte Phasenmodell für den Generationswechsel innerhalb einer Familie in einem Klein- oder Mittelbetrieb stellt ein Soll-Szenario dar. Die Länge der einzelnen Phasen wie auch die eingesetzten Maßnahmen sind individuell zu definieren. Wichtig ist nur, dass alle Initiativen im Einvernehmen beider Generationen durchgeführt werden.

Wir gliedern unsere Projekte in vier Phasen, wobei wir Sie gerne über den gesamten Generationswechsel-Prozess begleiten. Auf Wunsch unterstützen wir Sie aber natürlich auch bei einzelnen Schritten. Eine wichtige Voraussetzung für jede Maßnahme und Aktivität ist die Entschlossenheit beider Generationen für einen positiv ablaufenden Übergabeprozess.


Phase 1: Sensibilisierung und Grundsatzbeschluss („Generationenvertrag“)

Der Wunsch, dass ein erfolgreiches Unternehmen innerhalb der Familie übergeben wird und so auch in Zukunft in dieser Form weiter existiert, ist allgemein sehr groß. Damit dies auch ohne große Reibungsverluste über die Bühne geht, ist es entscheidend, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ausgangspunkt solcher Überlegungen sollte der Wunsch der übergebenden Generation sein, sich zur Ruhe setzen zu dürfen, um das Leben noch in vollen Zügen zu genießen. Die Praxis zeigt, dass es „selten zu früh und oft zu spät“ für diese Sensibilisierung ist. Bevor der Beschluss einen Generationswechsel in nächster Zeit durchzuführen in einem Art „Generationenvertrag“ gefasst und auch schriftlich niedergelegt wird, muss prinzipielles Einverständnis über das „ Wer “ (Personen), das „ Wann “ (Zeitpunkt und Termine), das „ Wie “ (notwendige Maßnahmen) und das „ Was “ (Objekte und Örtlichkeit) herrschen. Ein solcher „Generationenvertrag“ muss von allen Beteiligten und – wenn möglich – auch allen weiteren betroffenen Personen unterzeichnet werden. Weiters sollte in diesem „ Generationenvertrag “ die Ausgangsposition und der angestrebte Soll-Zustand am Ende des Generationswechsels kurz beschrieben werden.

Phase 2: Konzeption

Nachdem der Grundsatzbeschluss gefasst wurde, werden in der darauf folgenden Phase in einem umfassenden, schriftlichen Konzept alle notwendigen Schritte und Maßnahmen erarbeitet. Solche Schritte und Maßnahmen sind neben rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Überlegungen, Schulungen, Coaching-Maßnahmen, Erstellung von Zeitplänen, Würdigungsmaßnahmen für die übergebende Generation, Einbeziehung der MitarbeiterInnen, Schwachstellenanalysen etc. Bei jeder geplanten Maßnahme sind genau die betreffenden Personen, der Zeitraum, die Termine, Örtlichkeiten, Ausmaß und vor allem die Zielsetzungen sowie Kontroll-Maßnahmen festzulegen. Natürlich müssen in einem solchen Konzept Ist-Zustand und Soll-Zustand genau definiert und gegenüber gestellt werden.

Nach einer Entwurfsphase (inkl. 1-2 Workshops), einer Diskussionsphase, bei der Unklarheiten und noch offene Punkte besprochen werden, empfiehlt es sich, das fertig gestellte Konzept von allen betroffenen Personen unterschreiben zu lassen.

Phase 3: Umsetzung

An Hand des schriftlichen Konzeptes werden nun die festgelegten Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt. Sollte sich in dieser Umsetzungsphase Änderungs- oder zusätzlicher Bedarf an Maßnahmen heraus stellen, sind diese in einem Nachtragskonzept festzulegen.

Phase 4: Evaluierung

Schon während der Umsetzungsphase muss jede Maßnahme auf Wirksamkeit und Zielerfüllung geprüft und unter Umständen adaptiert werden. Wenn alle Beteiligten der Meinung sind, dass der Generationswechsel erfolgreich vollzogen ist, wird in einer abschließenden Diskussionsrunde positive wie auch negative Aspekte erörtert werden, damit die gewonnenen Erkenntnisse konstruktiv in die Zukunft des Unternehmens einfließen können. Darüber hinaus sollten nach Abschluss des Projektes auch weitergehende Maßnahmen angedacht werden.